Feb 19

Es ist noch nicht allzu lange her, da stand ich mit leicht zitternden Knien und etwas angespanntem Gesichtsausdruck an der Bergstation der Stümpflingbahn am Spitzingsee.

Da hat der gesprungene Wechsel noch nicht mal ganz hinten am Horizont geglänzt, da war die Sutten noch eine kleine Abenteuerreise ins Unbekannte. Seitdem ist kein einziges Wochenende vergangen, an dem ich nicht wenigstens einen Tag Telemarken war. Mal hier, mal dort. Mal warʼs eisig und zarch, mal sind die Ski in die verkehrte Richtung gefahren und die Kraft ist ausgegangen. Oft war es großartig und noch viel besser. Die Beinchen sind stärker geworden, die Stephi sicherer und dann kam Hochfügen.

Telemark Freeride Technik Camp. Der Lehrer war der Wolfi, die Schüler waren wissbegierig. Was im Tiefschnee sitzen muss, das muss auch auf der Piste klappen. Und so gingʼs dahin am ersten Tag: einmal quer durch Hochfügen, nach Kaltenbach und wieder zurück. Ohne Stöcke, mit Stöcken, mit Thera-Band, im gesprungenen Wechsel, ganz ohne Wechsel und einmal sogar zu Fuss.

Und dann lag er da, der Hang. Nicht mehr ganz unberührt, aber für jeden von uns eine Premiere. Ein kurzer Moment der Überwindung, ein kleiner Ruck, nicht auf den Kopf hören, einfach fahren. Und schon könnte ich die ganze Welt umarmen.

Nach acht Stunden komagleichen Schlafs gehtʼs direkt wieder rein ins weiche Weiß. Manchmal auch mit dem Kopf zuerst. Aber immer mit einem lauten Lachen. Was für eine Freude, wenn der Wechsel klappt, wenn ein Schwung dem nächsten folgt. Kurze Pause, durchatmen, weiter. Das glitzert in der Sonne, das gleitet dahin, das ist ein klein wenig anstrengend und vor allem einfach nur Glück. Alles andere spielt keine Rolle mehr.

Hochfügen, ich komme wieder. Bis zum nächsten Mal.

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